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Fesseln – Die Grundlagen / Bondage für Anfänger

Du möchtest fesseln? Dann bieten wir dir hier eine erste Übersicht über die wichtigsten Punkte.
Wir gehen davon aus, dass Interesse für Bondage vorhanden ist, aber bisher keinerlei praktische Erfahrung vorhanden ist. Die hier vermittelten Informationen sind nur ein Startpunkt.
Wir möchten aber noch einmal darauf hinweisen: Dies sind keine in Stein gemeisselten Richtlinien. Bis auf Konsens und Sicherheit gibt es keine Absoluten im BDSM.

Wenn aber nach diesem Artikel noch Fragen offen sind – scheut euch nicht und stellt sie im Kommentarbereich.

Grundsätzliches

Dinge die immer zu beachten sind:

  • Lasst die gefesselte Person niemals alleine. Man kann die „Illusion“ des allein seins erschaffen, aber achtet immer auf einander!
  • Seid nüchtern (Keinen Alkohol oder sonstige Drogen) wenn ihr fesselt oder gefesselt werdet.
  • Psychologische Reaktionen sind immer möglich. Zum Beispiel Panikattacken oder Klaustrophobie. Kommuniziert viel und fragt lieber ein mal zu oft als zu selten nach.
  • An allen Stellen an denen Seil platziert wird sind die so genannten Rope Marks möglich. Geht sicher, dass die gefesselte Person damit ok ist – Vor allem an Stellen, die sich mit Straßenkleidung nicht einfach verdecken lassen. (Handgelenke)
  • Es besteht immer die Gefahr des Hinfallens. Wenn die Arme gefesselt sind ist es nicht mehr so einfach das Gleichgewicht zu halten. Unterstützt den gefesselten Partner, wenn ihr ihn bewegen wollt.
  • Seil um den Hals ist sehr gefährlich. Bitte verbindet nie Seil um den Hals oder den Penis mit einem harten Punkt.

SICHERHEIT

Bevor man mit Fesseln beginnt, sollte man für die Sicherheit sorgen. Bitte habt immer, zumindest zu Beginn eine medizinische Schere zu Hand. Es kann passieren, dass sich die gefesselte Person so unwohl fühlt, das keine Zeit dafür ist, erst alle Knoten in Ruhe zu lösen. Wenn es der gefesselten Person nicht gut geht, muss die Fesselung so schnell es geht gelöst werden – und dies funktioniert am besten mit einer Sicherheitsschere.
Die Preise bei diesen Scheren gehen natürlich weit auseinander, aber es ist zu empfehlen, hier etwas mehr Geld zu investieren, um eine Schere in besserer Qualität zu erhalten.
Die Schere hat auf der unteren Seite einen kleinen metallenen Überbau der die Schere daran hindert in die Haut zu stechen. Dies ist wichtig!

Also, wofür wird diese Schere nun gebraucht? Angenommen du hast jemanden gefesselt; diese Person ist genauso frisch zum Bondage gekommen wie du; die Fesselung ist abgeschlossen und der Partner entscheidet sich, Bondage nicht mehr zu mögen; sich unwohl zu fühlen oder sogar Taubheit in einigen Körperteilen zu spüren. Es kann sogar passieren, dass die andere Person auf einmal so aufgebracht wird, dass man keine Möglichkeit hat, die Knoten der Fesselung zu lösen. Hier ist die Schere die schnellste und sicherste Methode die Fesselung zu lösen.

Andersrum kann man es natürlich auch so sehen: Du hast Panik und bist komplett gefesselt. Wie würdest du reagieren, wenn jemand mit einem zwanzig Zentimeter langem Küchenmesser auf dich zu kommt, anstatt mit einer sicheren Schere.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn es eine Situation gibt, in der die Fesselung – sei sie noch so schön – sofort entfernt werden muss: Zögere nicht, denke nicht nach, durchtrenne die Seile einfach. Eine einfache Regel: Kommen die Seile ins Spiel sollte auch die Schere an einem einfach und schnell zu erreichenden Platz in der Nähe sein.

Man kann Seil immer ersetzen, aber Vertrauen nicht.

Verletzungen und Blutkreislauf

Bevor ihr mit dem Bondage beginnt klärt, ob irgendwelche Verletzungen oder Bewegungseinschränkungen vorliegen. Womöglich gibt es auch Positionen in denen sich eine Fesselung nur an bestimmten Tagen unangenehm anfühlt.
Wenn der der Partner / die Partnerin nicht von sich aus gegebenenfalls vorhandene Einschränkungen anspricht: Frag.

Geht unbedingt auf Toilette, ausser ihr wart gerade. Aber geht einfach, selbst wenn ihr nicht müsst. Vertraut uns.

Zu Beginn sollte immer ein kleiner Finger Abstand zwischen Körper und Seil sein. Im Laufe der Fesselung kann man diesen Abstand schließen. Mit der Zeit werdet ihr lernen kreativ mit diesem Abstand umzugehen.
Es sollte vermieden werden, so eng zu fesseln, dass die Blutzirkulation behindert wird.

Je mehr Seil um eine Person gebunden wird, um so schneller erhöht sich die Körpertemperatur.(Immer beeinflusst durch andere Faktoren wie die Hydration, wie viel gegessen wurde, etc.)
Prüfe regelmäßig und zu Beginn der Fesselung den oberen Teil der Brust und die Handinnenseite um hier auf Veränderungen aufmerksam zu werden.

Vermeide das Seil an Körperstellen anzulegen, an denen der Knochen direkt unter der Haut sitzt. Im Falle der Handgelenke lege das Seil ein klein wenig über den Knochen der auf der Oberseite des Handgelenks etwas hinaussschaut. Das gleiche gilt auch für die Fußgelenke: Fessle auch hier etwas über dem direkten Fußgelenk.

Fessle niemals(!) direkt um den Hals. Manche Menschen tun dies und wenn sie dafür die Verantwortung übernehmen wollen: Bitte. Ich selber verweigere mich dem aber komplett. Es braucht weniger als 3 Kilo an Druck um den Kehlkopf kollabieren zu lassen. Bitte, fesselt niemals um den Hals.

Welche Seile sind für Bondage am besten?

Investiere nicht viel Geld in Seile bevor du nicht genau weißt, welche Art von Seil dir am besten liegt. Es macht keinen Sinn hunderte Euro zu investieren, für Seil, mit dem man nicht gut klar kommt. Der Markt für gebrauchte Bondage-Seile ist sehr klein.

Verallgemeinert kann man sagen: Haltet euch fern von Seilen, die in Onlineshops oder Sexshops als „Bondage Seil“ verkauft werden. Hierbei handelt es sich meist um eine Mischung aus Polyester und Baumwolle. Diese Art Seil ist sehr dehnbar und das Polyester brennt auf der Haut, wenn es etwas zu schnell daran entlang gezogen wird.
Wenn es Baumwolle auf Grund der Dehnbarkeit sein soll, achtet darauf, dass es sich um 100% Baumwolle handelt. Dieses Material fühlt sich auf der Haut viel besser an.
Allerdings ist hier die Qualität zum großen Teil eher fragwürdig. Zwei, drei Mal damit gefesselt und es beginnt sich an den Enden aufzudröseln. Für den Anfang eine gute Wahl, sollte man dann doch recht schnell auf Jute- oder Hanfseil umsteigen.

 

Durchmesser

Das ideale Maß für Seile sind 6, 7 oder 8 Millimeter. Man sollte sich hier eher an der oberen Empfehlung orientieren. Je größer der Durchmesser ist, um so schöner sieht dann auch das Ropemark auf der Haut aus. Zudem verteilt dieses Seil den Druck auf der Haut besser und schneidet nicht so ein.
Aber: Alles über 8mm kann beim fesseln schwer zu händeln sein und ist daher eher nicht empfohlen.

Zu Beginn ist die Investition in vier 3 Meter lange Seile und zwei 10 Meter Bondage-Seile empfehlenswert. Dies sind die Standardlängen mit denen auch in vielen YouTube Tutorials gearbeitet wird.

Fesselungsarten

Die Starterfesselungsarten sind Einseitig, Zweiseitig und die einfache Brustbindung.

Die einseitige Fesselung dient dazu das Seil an einem Teil festzubinden, wie zum Beispiel Hand- oder Fußgelenk. Eine Seite des Seils bleibt also übrig und kann woanders befestigt werden. Hier kann man beispielsweise an einen Bettpfosten oder ähnliches denken.

Der Zweck der zweiseitige Fesselung ist das Zusammenbinden von zwei Dingen. (Handgelenke, Handgelenk und Fußgelenk, Knie und Ellenbogen. Auch hier bleibt Seil übrig, welches dann… Ihr wisst schon.

Die Brustbindung ist nützlich als stabile Fesselung und sorgt für den Eindruck der Beengtheit für das so genannte Rope Bunny. An diese Bindung können dann wieder andere Körperteile befestigt werden.

Diese drei Fesselungen sind der Ausgangpunkt für fast alle weiteren Fesselungen.

Los geht’s

Nun haben wir alle für uns wichtigen Punkte angesprochen, du weißt um die Sicherheit und welche Seile du kaufen solltest, ihr tragt gemütliche, eng anliegende Kleidung?
Wie lernt man Bondage nun wirklich?

Ein guter Startpunkt für Bondagetutorials ist der YouTube Kanal von Fesselzeit.

SecondBase wünscht viel Spaß. Haltet uns gerne mit Fortschrittsfotos auf dem Laufenden – Wir sind gespannt!

About The Author

Nils Hero

Der Gründer dieser Website; der, der für die vielen kleinen Links sorgt, manchmal auch längere schreibt, aber vor allem dafür zuständig ist, dass hier alles rund läuft.

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